Über welche Punkte KMU im Detail im Bereich Nachhaltigkeit teilweise freiwillig zu berichten haben, lässt sich mit Sicherheit erst nach der finalen Veröffentlichung der KMU-ESRS (European Sustainability Reporting Standards) sagen. Bis dahin vermitteln die veröffentlichten Entwürfe bereits einen ersten Eindruck darüber, welche Daten- und Informationspunkte eine solche Nachhaltigkeitsberichterstattung vermutlich beinhalten wird.
Einer der europäischen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung ist der VSME-Standard (voluntary small and medium-sized entities). Er richtet sich an nicht-kapitalmarktorientierte KMU und soll ihnen den Zugang zu nachhaltiger Finanzierung erleichtern. Zudem soll er als Berichterstattungsinstrument KMU dabei unterstützen, effizient auf Nachhaltigkeitsanfragen reagieren zu können.
Wozu dient der VSME-Standard für KMU und was beinhaltet er?
In erster Linie soll durch die standardisierte Berichterstattung die Menge der Informationsanfragen reduziert werden. Der Standard soll es KMU zudem ermöglichen, ihr Nachhaltigkeitsmanagement hinsichtlich sozialer und Umweltherausforderungen zu verbessern, um auf diese Weise Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Der freiwillige VSME-Standard setzt sich aus einem Basismodul sowie zwei zusätzlichen optionalen Modulen zusammen. Das Basismodul adressiert derzeit zwölf Nachhaltigkeitsaspekte, die direkt auf die Informationsbedürfnisse von Stakeholdern zugeschnitten sind. Da es sich um einen freiwilligen Standard handelt, wird er nicht als delegierter Rechtsakt, sondern als unverbindliche Empfehlung direkt von der EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group) veröffentlicht werden.
Es werden alle Unternehmen, die nicht unter die Berichtspflicht der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) fallen, dazu ermutigt, den Standard anzuwenden, um ihre Nachhaltigkeitsinformationen aufzubereiten und zu kommunizieren.
Ein Nachhaltigkeitsbericht nach den VSME kann sich auf verschiedene Arten aus den zuvor genannten Modulen zusammensetzen. Welche Kombinationen zulässig sind, ist ebenfalls im VSME-Standard geregelt. Das Basismodul ist jedoch die Voraussetzung, um auch die anderen beiden Module anwenden zu können.
Basismodul
Im Basismodul werden Unternehmen dazu aufgerufen, Angaben zu zwölf Unterthemen zu machen. Neben allgemeinen Informationen zur gewählten Modulkombination und zum Konsolidierungskreis sind auch qualitative und quantitative Aspekte zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen gefragt.
Umwelt
Im Umweltteil werden Themen wie Energieversorgung, Treibhausgasemissionen, Verschmutzung, Biodiversität, Wasser- und Ressourcenverbrauch sowie Abfallentsorgung behandelt.
Soziales
Der Sozialteil fragt nach generellen Charakteristika der Belegschaft, wie einer Differenzierung zwischen befristeten und unbefristeten Verträgen, aber bspw. auch nach der Anzahl und Häufigkeit von Arbeitsunfällen oder geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschieden.
Unternehmensführung
Im Teil zur Unternehmensführung wird bspw. nach dem Umfang gezahlter oder zu zahlender Bußgelder gefragt, die im Zusammenhang mit Korruptions- und Bestechungsfällen angefallen sind.
Für die anderen beiden Module des VSME-Standards werden KMU dazu angehalten, eine Wesentlichkeitsanalyse durchzuführen. Hierfür können sie aus einer mit dem Standard bereitgestellten Liste auswählen, welche Nachhaltigkeitsthemen für sie als Unternehmen wesentlich sind. Ein Großteil der in den Modulen gefragten Informationen ist jedoch abhängig von der jeweiligen Unternehmenssituation und muss nicht zwangsläufig beantwortet werden.
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