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Vorsteuerabzug für Kapitalbeschaffungsleistungen einer Holdinggesellschaft

10.08.2012

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat mit dem Urteil von 10.05.2012 entschieden, dass eine Holdinggesellschaft, die für ihre Tochter-GmbH administrative Tätigkeiten erbringt, hierfür eine monatliche Dienstleistungspauschale erhält und zudem mit der Tochter-GmbH eine umsatzsteuerliche Organschaft besteht, zum Vorsteuerabzug auf für die Aufwendungen berechtigt ist, die der Kapitalbeschaffung dienen.

Die Unternehmereigenschaft der Holdinggesellschaft nach § 2 Abs. 1 S. 1 UStG muss als Voraussetzung für den Abzug erfüllt sein, d.h. eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit muss selbstständig ausgeübt werden, nicht erst durch die umsatzsteuerliche Organschaft begründet werden.

Folglich darf die Holdinggesellschaft für sog. Kapitalbeschaffungsleistungen (laufende oder auch einmalige Leistungen, die der Verbesserung der Handelbarkeit der Aktie dienen) Vorsteuer abziehen, da es sich um allgemeine Kosten handelt, die mit der wirtschaftlichen Gesamttätigkeit des Unternehmens zusammenhängen, auch wenn die aktienbezogenen Aufwendungen im Besonderen der Kapitalausstattung der Organgesellschaft dienen. Kapitalbeschaffungskosten bleiben nach dem Urteil Allgemeinkosten, selbst wenn die Aufwendungen für die Kapitalbeschaffungskosten in Relation zu den durch die Beratung der Beteiligungsgesellschaften erzielten Dienstleistungsentgelten verhältnismäßig hoch sind.

Die Nichtzulassungsbeschwerde ist beim Bundesfinanzhof unter Az. V B 73/12 anhängig.

Ansprechpartner:

Arell Buchta, Rechtsanwalt, Steuerberater

Jana Massow, Steuerberaterin