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Steuerliche Hinzurechnung bei grenzüberschreitenden Darlehen im Dreiecksverhältnis

01.09.2016

Wir möchten in diesem Zusammenhang auf ein aktuelles Urteil des Sächsischen Finanzgerichts (Urteil vom 26. Januar 2016 3 K 653/11) hinweisen.

Im Urteilsfall gewährten eine deutsche Muttergesellschaft und deren deutsche Organgesellschaft einer ausländischen Tochter- bzw. Schwestergesellschaft unverzinsliche Darlehen. Das Finanzgericht Sachsen bewertete die unverzinsliche Darlehensgewährung als Geschäftsbeziehung im Sinne von § 1 Abs. 4 AStG und nahm (wegen Unüblichkeit im Drittvergleich) eine Hinzurechnung des (fiktiven) Zinsvorteiles nach § 1 AStG bei der deutschen Muttergesellschaft vor. Von Interesse ist dabei insbesondere, dass das Finanzgericht auch eine (steuerlich zu korrigierende) Geschäftsbeziehung zwischen der deutschen Muttergesellschaft und der ausländischen Tochtergesellschaft annimmt, soweit das unverzinsliche Darlehen zivilrechtlich von der deutschen Organgesellschaft ausgereicht wurde. Dies sei laut dem Sächsischen Finanzgericht zutreffend, da auf Grund der Organschaft eine wirtschaftliche Einheit zwischen der deutschen Muttergesellschaft und ihrer deutschen Tochtergesellschaft besteht. Beim BFH ist gegen das Finanzgerichtsurteil Revision anhängig (IR14/16).

Wir empfehlen, etwaige Hinzurechnungsrisiken auch innerhalb der Gruppe zu ausländischen Tochter-/Schwesterngesellschaften zu prüfen. Gern stehen wir Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner:

Arell Buchta, Rechtsanwalt, Steuerberater

Jana Massow, Steuerberaterin